Erlebnisbericht vom 2. Bow Camp des BSV Hohe Heide e.V.

Ein besonderes Wochenende im Zeichen des Bogensports - made by BSV Hohe Heide e.V.

Von Freitag bis Sonntag (den 30. bis 1.Sept) herrschte in der Kieskuhle nahe der Gemeinde Neuenkirchen der Ausnahmezustand, denn der BSV Hohe Heide hatte zum 2. Bow Camp eingeladen. Bow Camp, das bedeutet ein Wochenende geballten Bogensports mit Übernachtung, geselliger Gemeinschaft am Lagerfeuer und jeder Menge gute Laune.

Die BSV Hohe Heide Redaktion hat ein Bericht von Gregor erreicht, der das Geschehen und die Stimmung derartig auf den Punkt bringt, dass er hier komplett zu Wort kommen soll. Eine Bildergalerie zum Nacherleben findest Du ganz unten angehängt!

Wer rettet den Hasen vor dem Adler?

„„…und los!“ schallt es durch den kleinen Hang in der Kieskuhle. Der Bogenschütze steht Schussbereit am Pflock, den Pfeil auf Sehne und den Blick konzentriert auf den Adler gerichtet, der ihm am Stahlseil hängend entgegen eilt. Dann löst er, greift schon nach dem nächsten Pfeil, den er vor sich in den sandigen Bogen gesteckt hat. Doch zu spät! Der Adler ist bereits am Seilende angekommen und schnappt sich den kleinen Hasen, der vor ihm in der Kuhle sitzt. Aber ein Pfeil steckt ihm im Gefieder 🙂

Bow Camp Lager als zentraler Treffpunkt während des Bogenparcours

Dieses Ziel ist eines von 30, welches in der malerischen Landschaft in einer Kieskuhle nahe Neuenkirchen von unserem Trainer Friedhelm und seinen Helfern aufgebaut wurde. In mehreren Schleifen (eine neu eingeführte und so noch nie vorgekommene „Triple-Acht“ 😉 ) führte der Parcours immer wieder am zentral aufgebauten Zeltlager (vielen Dank noch einmal an Albert Dörp von Absolut-Canoe für die Tentipi Zelte! und Wildnissport für das große Event-Zelt) vorbei, wo sich die Bogenschützen immer wieder mit Getränken und einem Imbiss aus belegten Brötchen versorgen konnten. Doch keine Zeit sich lange auszuruhen, denn der Parcours ruft!

Der Zeltplatz für zum Teil weit gereiste Gäste

Bereits am Freitag den 30.08. kamen die ersten Camper am vorbereiteten Zeltplatz an; und sie kamen teilweise von weit her. Denn natürlich waren auch wieder unsere Freunde vom BSC Heps eingeladen, die extra wegen uns ihr vereininternes Turnier verschoben hatten, um dabei sein zu können!
Ein Anhänger mit Wasser und 2 Dixie Toiletten waren dann auch alles an Annehmlichkeiten, was der Platz zu bieten hatte, der Rest war Natur pur!
Die herrliche Landschaft mit Ihren kleinen Teichen und Stränden lud quasi zum Bogenschießen ein. Nach einem gemütlichen Abend an der Feuerstelle bei Bier und Cola (für die Shortbows gab es natürlich Apfelschorle und Wasser) konnte der Turniertag kommen.

Kerstin sponsorte eine beeindruckende Vereinsfahne

Eine erste Überraschung bereitete Kerstin ihrem Bogenverein, in dem sie eine aufwendig und liebevoll gestaltete Vereinsfahne im Stile einer Drachbauerin überreichte (gelernt ist halt gelernt!). Echt toll und wir haben uns riesig gefreut!

Turnierstart am Samstag morgen

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Am Samstag den 31.08.versammelten sich alle nach einem kurzen Frühstück am zentralen Zeltplatz, um sich in die Turnierliste einzutragen, das lesen der Parcouregeln zu bestätigen und sich die Punktezettel abzuholen. Es waren 21 verschiedene Gruppen mit jeweils 5 Personen, also 105 Bogenschützen und –schützinnen, die sich gespannt Friedhelms Erläuterungen zum Parcours anhörten. Dann wurden die Gruppen auf dem Gelände verteilt und exakt um 11:30 Uhr ging es dann los.

Dabei gab es durchaus Ziele, die es in sich hatten, denn wer schießt denn schon einer kleinen Rotte Frischlingen die Mutter weg?

Minuspunkte für (fast) alle 🙂

Diesen Hinweis sah man natürlich erst nachdem die Pfeile verschossen waren und der stolze Schütze zum Pfeile holen an das Ziel trat, nur um dann festzustellen, dass er sich anstatt der erhofften Plus- nun Minuspunkte eingefangen hatte. Es war ja auch als Spaßturnier angesetzt gewesen, und Spaß hat es allen Beteiligten gemacht!
Nicht nur wegen der so liebevoll platzierten und stimmig zusammengestellten Ziele, auch wegen eben dieser kleinen Extras, die  sich Friedhelm überlegt hatte (wer konnte am „Blauen Etwas“ das Wort „r-ü-c-k-w-ä-r-t-s“ fehlerfrei buchstabieren, …na Hand aufs Herz, ihr habt doch sicher alle resigniert?! J).

Ebenso wie die Eier beim Adlerhorst durfte der „Neuankömmling“ unter den roten Vögeln am Sandstand eben nicht getroffen werden. Der Hirsch hingegen war schon eine Herausforderung, stand er doch etwa 40 Meter (gefühlt bis 80m 🙂 vom Pflock entfernt im Tal hinter einem kleinen Busch und wartete auf seine Hirschkuh, bekam aber statt dessen den einen oder anderen Pfeil in die Flanke.

Natürlich gab es noch andere tolle Ziele, wie das von Ratten bevölkerte Picknick oder die Spinne im Netz, das Krokodil am Ufer, den Milan, den man im Flug mit einem Flu-Flu treffen musste oder den Bären, der am Honigtopf naschen wollte.

Mit dem Kanu Pfeile sammeln - der Schuß auf den Karpfen

Am abenteuerlichsten aber war wohl der Fisch, den man unter Wasser treffen musste um danach mit einem am Ufer liegenden Kanu die Pfeile entweder aus dem Wasser zu fischen oder aus dem Fisch ziehen musste.

Beste Gruppe am Turniertag

Nach Ende des Turniers waren dann auch alle erschöpft aber glücklich – so war die Platzierung schon fast zweitrangig. Dank Eckhard und seiner fleißigen Helfer wurden dann trotzdem die drei besten Schützen, die drei besten Schützinnen und die 6 besten Kinder gekürt, sowie die beste Gruppe und die beste Familie (ja, die gab es auch, sogar 3 davon). Preise gab es natürlich auch und für die stolzen Sieger noch ein Foto.

Wurde extra für das Bow Camp geschossen und zubereitet: Wildschweinbraten

Für den nun aufgekommenen Hunger war natürlich auch gesorgt worden, so gab es Fleisch und Wurst vom Grill, ein Salatbuffet und Baguettebrot. Sogar ein echtes Wildschein hatte sich für uns geopfert und war von Gulio DeSimone und seiner Frau fachmännisch und sehr schmackhaft zubereitet worden. So ließ es sich der Maestro auch nicht nehmen, selber für das Zerteilen der Köstlichkeit zu sorgen; wir dürfen verraten, dass nichts übrig geblieben ist.

Dann wurden an jeden Bow Camp Bogenschützen 3 kleine Knicklichter verteilt, die jeweils mit Tesafilm an einen Pfeil befestigt wurden. Gespannt wurde nun auf den Sonnenuntergang gewartet, wo noch ein Schmankerl wartete: das angekündigte Nachtschießen.

Nachdem es vollständig dunkel war versammelten sich die Schützen erneut und zogen in der großen Gruppe an einen kleinen Teich hinter dem Zeltlager an einer Lücke, die zuvor ins Schilf geschlagen worden war. Gespannte Stille breitete sich aus, die erste Reihe der Schützen wartete gespannt.

Der Hirsch am anderen Ufer - im Vordergrund sind "Leuchtpfeile" zu sehen

Dann erklang das Jagdhorn und man hielt den Atem an. Kurze Pause und zu dem Lied „Auf, auf, zur fröhlichen Jagd“ wurde das Ziel auf einer kleinen Landzunge von Stablampen angestrahlt. Da stand er, der stolze Hirsch, zeigte seine Flanke und lud zum Schuss ein. Allerdings traf leider nicht jeder Pfeil ins Ziel und die viele Pfeile landeten im Wasser, welches nach kurzer Zeit von grünen Lichtern erleuchtet wurde (so mancher Karpfen wird sich gewundert haben).

Reihe um Reihe ließen die Schützen Ihre Pfeile fliegen und bald war auch jeder Pfeil verschossen. Man umrundete den See um sich das Ergebnis anzuschauen. Helfer schoben derweil das Wilde Paddelboot zu Wasser und sammelten die schwimmenden Pfeile wieder ein. Nachdem diese nun wieder verteilt waren, wurde am längsseitigen Ufer Aufstellung genommen und man wartete wieder gespannt.

Dann erschallte wieder eine Musik über das Wasser und diese Melodie erkannte nun auch jeder sofort. Selten hat eine Folge von nur 3 Tönen für mehr bleibenden Eindruck in der Kinowelt gesorgt, als wenn der weiße Hai auf seine Opfer wartet.
Suchscheinwerfer glitten über das See und dann war sie auch schon im Lichtkegel eingefangen: die Flosse des großen Weißen! Allerdings hatte er sich den falschen Ort ausgesucht, denn nun wurde er zum Opfer. Schon schwirrten die ersten Pfeile heran und durchbohrten seine Rückenflosse.

Der "Weiße Hai" zu Besuch im Teich der Kieskuhle

Im wahrsten Sinne am Haken hatte der Hai keine Chance, bald hatten fast 30 Pfeile Ihr Ziel getroffen. Die Hai-Jäger waren dann auch zu Recht stolz und hatten sich ihr Feierabendbier redlich verdient. Derweil machten sich die fleißigen „Pfeilefischer“ wieder im Paddelboot auf die Suche, und wurden dafür mit einem nassen Allerwertesten belohnt, der am zentralen Lagerfeuer „wieder auf Temperatur“ gebracht wurde.

Geselliger Abend mit Bogenfreunden

Der Abend am Feuer gestaltete sich gewohnt gemütlich, wobei die eine oder andere Geschichte der Erlebnisse des Tages die Runde machte. Am nächsten Morgen stand dann auch das Ergebnis des Nachtschießens fest. Zwei Kandidaten mussten noch ins Stechen um den 2. Und 3. Platz und ihr Können am Hirsch noch einmal unter Beweis stellen. Immerhin standen 3 wertige Vintage Rucksäcke, welche Albert von Absolut-Canoe gestiftet hatte, zum Gewinn bereit.

Rundherum sah man zufriedene Gesichter, die Veranstalter freuten sich, dass alles so gut geklappt hat und die Schützen waren glücklich über jeden Pfeil, den sie heile zurückbekamen.
Diese sollten aber noch auf eine harte Probe gestellt werden, denn da stand noch ein Cloud-Schießen an. Dieses, an das Artillerie-schießen der Kriegsbogenschützen im Mittelalter erinnernde Markschießen, wurde über eine Distanz von ca. 150 Meter von einer erhöhten Position aus im hinteren Teil der Kieskuhle abgehalten.

Artellerieschießen am Sonntag Morgen

Nach Kommando von Friedo wurde der Pfeil eingelegt, der Bogen im 45° Winkel gehoben, die Sehne gespannt und gelöst. Ca. 80 Pfeile pro Runde flogen daraufhin in hohem Bogen durch die Luft, … viele allerdings zu weit, denn es gab reichlich Rückenwind, der in der Kuhle nicht zu spüren war. Die als Zielmarkierung dienende Fahne erreichten erwartungsgemäß die wenigsten Pfeile – die meisten mußten im angrenzenden Maisfeld „entdeckt“ werden.

Bluntspitzen im Einsatz beim "Bow Soccer"

Dann hatte sich der „Trainer“ noch ein kleines Extra ausgedacht, es wurde mit Bluntspitzen präparierten Pfeilen auf kleine Gummitiere geschossen, die über eine Ziellinie befördert werden mussten. Ein Spaß, der bei keinen und großen Bogenschützen für viel Gelächter sorgte.

So ging das 2. Bow-Camp des BSV Hohe Heide auch entsprechend mit lachenden Gesichtern zu Ende. Alle wussten,  dass sie ein tolles Wochenende erlebt hatten und wohl niemand hat das Kommen bereut.

Vielen Dank noch einmal allen Helfern -ohne Euch wäre dieses außerordentlich schöne und aufregende Wochenende nicht möglich gewesen!

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